Spring Break

As you all might already have noticed I am not able at the moment to keep the blog updated because I am currently residing in a foreign country for work-related reasons.

The latest news – most importantly to be mentioned the ending of the last Nanga Parbat expedition due to an Avanlanche causing serious injuries among the Polish climbers involved – can be viewed at the bottom section of this page as well.

Also mind some remarkable news from Everest on the German webpage of alpin.de.

A Recommendation for German readers: go for new Audio-Features on www.audioarchiv.org dealing with Critical Theory of natural sciences and German icon Richard Wagner and his anti-semitism as well as his role in the German public.

Neues Jahr – Schnee von gestern

Es geht noch schlimmer – nach dem Sommerloch 2013 ist nun auch das Winterloch. Es passiert einfach nichts wichtiges in der Welt des Alpinismus. Einzig erwähnenswert war in den letzten Tagen und Wochen folgendes:

In Nepal gibt es mehr als 3000 Gipfel, die höher als 5500 Meter sind. Davon dürfen 310 bestiegen werden. Insgesamt sind es aber fast 2000, die sich für das Bergsteigen eignen, die aber vielfach nicht einmal einen Namen haben. Diesen Schatz wollen wir heben.

Das sagte Ang Tshering Sherpa, Mitglied einer nationalen Nepalesischen Kommission für Bergsteigen vor kurzem in einem Interview mit der FAZ und drückt damit unverschleiert aus, welche Absichten man dort verfolgt. Dagegen gibt es zwargrundsätzlich nichts einzuwenden, ist der Tourismus ja schließlich die wichtigste Einnahmequelle Nepals. Allerdings wird darin auch deutlich, dass der Ansturm auf den Himalaya in Zukunft nicht kleiner wird, sondern im Gegenteil, noch größer. Eine Einschränkung für Everest-AspirantInnen, etwa in Form von Nachweisen über alpinistische Erfahrung, wie von vielen Seiten gefordert, bleibt aus. Einzig nepalesische AnwärterInnen müssen einen Continue reading

Freizeit, Zeit der Freiheit?

Das Bedürfnis…

…ist schließlich von der Camping-Industrie aufgegriffen und institutionalisiert worden. Sie könnte die Menschen nicht dazu nötigen, Zelte und Wohnwagen samt ungezählten Hilfsutensilien ihr abzukaufen, verlangte nicht etwas in den Menschen danach. Aber deren eigenes Bedürfnis nach Freiheit wird funktionalisiert, vom Geschäft erweitert reproduziert, was sie wollen, nochmals ihnen aufgezwungen.

Drauf gekommen durch das tumblr Kreuz des Südens (zetlali.tumblr.com): Adornos Vortrag “Freizeit, Zeit der Freiheit? von 1969.

Mangelhaft in diesem insgesamt überaus hörenswerten und aufschlussreichen Vortrag ist allerdings seine Behauptung in Anlehnung an Schopenhauer, Langeweile sei eine Funktion des gesellschaftlichen Lebens unterm Zwang zur Arbeit. Sie käme nur auf, wenn Arbeit der übliche und hauptsächliche Inhalt des Alltags sei und die von der Arbeit freie Zeit auch frei von jeglicher gesellschaftlich relevanter Tätigkeit wäre. Wer frei über seine Zeit verfüge, hätte auch keine Langeweile, so die These. Doch dabei spielt erstens keine Rolle, welche Relevanz oder sinnstiftende Funktion die Freizeit füllenden Tätigkeiten für die Gesellschaft haben. Und davon abgesehen haben zweitens die meisten Tätigkeiten tatsächlich wenigstens die Funktion, zur Reproduktion der Arbeitskraft beizutragen. Sie produzieren darüberhinaus aber auch Normen, Bilder, Vorstellungen davon und darüber, was mit der freien Zeit alles angestellt werden könnte, wenn nicht sollte oder gar müsste. Treffend ist allerdings die Kritik an den eben dort anknüpfenden Hobbies, als die jene Tätigkeiten in der arbeitsfreien Zeit unterm gesellschaftlichen Arbeitszwang bezeichnet werden. Daran anschließend müsste meines Erachtens jedoch auch der Wert jener Normen und Bilder, die die Menschen in ihrer Freizeit produzieren und die wiederum von der Freizeitindustrie (oder Kulturindustrie), wie Adorno sagt, erweitert reproduziert werden, in eine solche Kritik der Freizeit einbezogen werden.

“You don’t have that many chances to do things you love” – Interview with Alexander Polli

Alexander Polli“Crazy dude!” is what he thought when he saw the first wingsuit flying video. Later, he made his dream come true and now is that crazy dude himself. He even flew through a rock hole. One could call him crazy for that and rightly so. Since that flight he is somehow famous in his sports. But what he should rather be described with, is: inspiring. Since his childhood, his passion for sports as well as for the unusual lead him to one of the most deeply engaged and adventurous ways of using lifetime – flying through the air – a passion that was influenced and supported by his parents, too. At the International Mountain Summit in October in Brixen he held an emotional and rousing speech, explaining what makes up this passion, how wingsuit-flying works and why this is his life. He won the hearts of most of the audience within the first minutes. There I had the lucky opportunity to have an interview with Alexander. Read here, why his sports is not extreme, but rather an attitude of living life with full force. Continue reading

IMS 2013 #2

Zwischen “Walk” und “Talk”, so könnte das Motto des Spektakels lauten, das vor kurzem zum fünften Mal im beschaulichen Südtiroler Städtchen Brixen tagte. Der “Kiku.International.Mountain.Summit.” (IMS) warb zwar mit Größe, versuchte sich aber gleichzeitig so bescheiden und kameradschaftlich zu geben, wie die alpinistische Community es zu sein scheint. Dabei treten allerdings auch deren Widersprüche zutage.

Der mittlerweile in Europa wohl wichtigste Treffpunkt der Bergsport-Community hat vor allem den inhaltlichen Austausch über sich selbst, den Bergsport und seine Austragungsorte zum Ziel, dabei immer stark verwoben mit Entertainment und Marketing. 70 Speakers, 150 Journalists, 8000 visitors, heißt es z.B. in einem reißerischen Werbevideo. Und manchmal mutet das Event eher wie eine Messe, denn wie ein Kongress an, da kaum eine Gelegenheit versäumt wird, die zahlungskräftigen Sponsoren zu erwähnen. Sofort ins Auge sticht das schon im Titel: der Hauptsponsor wird vorangestellt. Doch nicht nur deshalb, auch und vor allem wegen der zahlreichen inhaltlichen Veranstaltungen, die Austausch herstellen und der Szene ermöglichen aktuelle, wichtige Themen und Entwicklungen zu diskutieren und Außenwirkung zu schaffen, kann man einiges über den Zustand der Gesellschaft erfahren, deren Teil er ist. Denn der IMS vor allem eines: Ein Ort der Ideologie-Produktion.

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IMS 2013 #1

Die fünte Ausgabe des International Mountain Summit in Brixen war bisher sehr spannend! Und bleibt es noch bis morgen.

Wermutstropfen schon vorab war die Feststellung, dass Steve House doch nicht dabei ist. Aber die anderen Veranstaltungen lassen das verschmerzen.

Besonders die Podiumsdiskussion, die am Sonntagabend unter dem Titel “Mountain Xtreme” stattfand, gewährte Einblicke in die Persönlichkeiten des zeitgenössischen Abenteuer- und Extremsports. Das Thema Risiko und Verantwortung wurde u.a. von einer der üblichen Männer-Runden, bestehend aus David Lama, Stefan Glowacz und Vertretern von Medien und Sponsoren beleuchtet, dabei ging es z.B. um die Rolle der Sponsoren und den Ehrgeiz und Egoismus der Extremsportler gegenüber Familie und Freunden.

Vor allem Wingsuit-Flieger Alexander Polli stach mit einem inspirierenden und glänzend referierten, sehr emotionalen Impuls-Vortrag über seine Passion, das Fliegen, heraus.

Eine Auswertung der Diskussion sowie ein Interview mit Polli wird es hier bald geben!

Zwei dicke Kameraden

foto: ims.bz

Klaus Zumwinkel, Ex-Vorstandschef der Deutschen Post und Reinhold Messner, die wohl nicht nur als dicke Bergkameraden, sondern in Form ihrer “Gruppe Similaun” auch als verschworene Manager-Seilschaft gelten müssen (das Manager-Magazin nannte sie: Der letzte Männerbund) sprachen am Samstagabend über Risiko und Leadership in Alpinismus und Wirtschaft. Da man sich ja im italienischen Staat befand, kamen sie irgendwie auf das Thema Italien zu sprechen. Zumwinkel ist wohl ein großer Liebhaber Italiens. Auf die Frage hin, wie er denn der italienischen Staatsschuldenkrise beizukommen versuchen würde, schlug er eine Vermögensabgabe vor. Darüberhinaus ist er Anhänger eines sehr deutschen Arbeitsverständnisses (“Arbeit ist Würde”). Seine wahre Natur offenbarte er letztendlich mit einer Äußerung zur Jugendarbeitslosigkeit, die in Italien wohl eine Quote von 40% einnimmt. Man lasse es sich auf der Zunge zergehen:

Jeden Politiker der so etwas zulässt müsste man erschießen.

Deutscher Arbeitswahn, Erschießungen, Vermögenssteuer. Gruselige Kombination.

Lichtblick in der Männerdomäne

Catherine Destivelle

foto: alpinist.com

Ein Highlight und Lichtblick zugleich war für mich der Vortrag von Catherine Destivelle, die im zwielichtigen und von archaischen Sitten geprägten Männer-Business des Alpinismus und auch im Rahmen des IMS eine hoffnungsvolle Ausnahme darstellte.

Sie war gewissermaßen die erste Frau im extremen bzw. professionellen Alpinismus und in ihrer erfolgreichen und bemerkenswerterweise relativ früh beendeten Karriere legte sie Wert auf Erstbegehungen schwerer Routen, die unabhängig von ihrem Geschlecht als solche gelten sollten. Sie vermarktete und verfilmte ihre Leistungen, berührte in ihrem Vortrag aber mit einer sehr sensiblen Sichtweise auf ihre Rolle als erfolgreiche Frau im Alpinismus. In einem Filmausschnitt sagte sie:

“If you really have a passion, you don’t think about that boy or girl thing, you just don’t care”.

 

 

Endlich mal interessant – das neue “Panorama”!

Vor einigen Tagen wurde die neue Ausgabe (5/2013) des Magazins des Deutschen Alpenvereins Panorama veröffentlicht, wie ich finde eine der lesenswertesten Ausgaben der letzten Jahre. Und der Inhalt ist nicht nur hochinteressant, sondern auch besonders relevant. Titelthema: “Alpen unter Druck – Erschließung & Tourismus”.

"area 47"

Der Funpark “area 47” im Ötztal. Foto: Alex Klemmer, Panorama 5/13

Eingeleitet wird das Thema mit einem Bericht unter dem Titel “Die Landschaft, die wir uns leisten” von Axel Klemmer, der bei einer Wanderung durchs Ötztal auch vor den weniger sehenswerten, den unschönen und absurden Seiten der Besiedelung die Augen nicht verschlossen hat. Er beschreibt u.a. die Entwicklung hin zu einer der besterschlossenen Tourismusregionen Österreichs und die Infrastruktur, die von dieser benötigt wird. Dabei fällt sein Blick auch und gerade auf Schandflecken, auf Baustellen, abweisende Einfamilienhaussiedlungen, Kläranlagen, Wertstoffhöfe und stellt etwa fest:

Wer wissen will, ob es den Menschen gut geht, muss sich ihre Wertstoffhöfe anschauen.

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SellaRonda bikeday 2013

Vor kurzem hatte ich das Vergnügen an einem Spektakel der angenehmeren Art teilzunehmen, dem SellaRonda (ECO) bikeday, bei dem die berühmte Runde einmal um das Sella-Massiv herum für den Kraftverkehr gesperrt ist. Als begeisterten Rennradler hat mich dieser Rundkurs über 4 Dolomitenpässe einfach unwiderstehlich angezogen. Hiervon will ich euch einige Impressionen nicht vorenthalten.

SellaRonda 2013

Hauptsache bergauf. Die “Sella Ronda”. (Foto: Val Gardena – Gröden Marketing)

Gestartet bin ich, nach Anreise mit dem Zug, in Mittenwald und hatte zuerst einmal das Inntal und den Brennerpass zu überqueren, was sich aufgrund anfänglichen Regens aus einer Kaltfront eher mühselig gestaltete. Erst ab Innsbruck wurde das Wetter besser. Dafür warteten am Brenner nerviger Verkehr und dank des ungewohnten Gepäcks keine einfachen Höhenmeter auf mich.

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Remarkable Videos

Found on “The Adventure Blog”:

No need for too much description.

First, an advertisement video of the modern sort, stimulating almost all desires that drive us into nature or resp., adventures.

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The next one contrasts in a somewhat rough but nonetheless true and vivid way unsatisfying all-day life, especially work life, with its opposite, leisure time filled up with adventure activites that appear somehow satisfying or even as means for reaching happiness.

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Without any comment, a flying eagles point of view over the Mer de Glace area.

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IMS 2013 – preview

Der International Mountain Summit 2013 in Brixen wird wieder hochspannend und “hochkarätig“ besetzt sein. Deshalb werde ich dieses Jahr wieder vor Ort sein und von dort berichten – “live and fast“ sozusagen. Es fällt mir zwar nicht so leicht einen Kongress namens “Kiku.International.Mountain.Summit“ – so der genaue Titel der Veranstaltung – ernst zu nehmen. Die Art der Benennung und das Voranstellen des Sponsors sind gleichermaßen dümmlich. Aber in Anbetracht der Gäste führt am IMS dieses Jahr wohl kein Weg vorbei. Neben Hans-peter Eisendle, Oswald Oelz, und Norman Dyhrenfurth ist für mich vor allem Catherine Destivelle ein Highlight. Mit ihr warb die IMS-Homepage bis vor kurzem auch als “Die Sexy-Kletterin“, leider habe ich versäumt, das graphisch festzuhalten. Ob Destivelle die Reduktion auf ihr Außeres auch für einen geeigneter Werbe-Aufhänger hält, wird sich ja im Rahmen der Veranstaltung vielleicht auch von ihr persönlich herausfinden lassen.

Anschauen kann man sich schon das umfangreiche Programm.